Die Courage AG war am 05.06.2026 bei der Stolperstein-Verlegung in Pinneberg dabei, um gemeinsam an die Opfer des Nationalsozialismus zu erinnern. Die Gruppe hörte den Ausführungen der Initiative aufmerksam zu und zeigte durch Anwesenheit und eine eigene Rede klares Engagement. Für alle Teilnehmende war die Atmosphäre bewegend und hat zum Nachdenken über Verantwortung und Zivilcourage angeregt. Als Schüler*innen spürte die AG: Erinnerung betrifft uns alle — sie ist Grundlage für ein respektvolles Miteinander heute. Die Teilnahme hat Mut gemacht, weiterhin Haltung zu zeigen und sich gegen Ausgrenzung einzusetzen.
Im Anschluss folgt die Rede der Courage AG, die bei der Verlegung gehalten wurde:
Auch wir Schüler*innen der Johann-Comenius-Schule Thesdorf sind heute hier – und das nicht ohne Grund.
Denn Erinnerung bedeutet Verantwortung. Auch wir als nachfolgende Generation müssen uns mit der Vergangenheit auseinandersetzen und es ist wichtig, zu verstehen, dass diese Ausgrenzung, Menschenfeindlichkeit und Gewalt wirklich passiert ist – auch hier in Pinneberg.
Stolpersteine erinnern uns daran, dass hinter jedem Namen ein Mensch mit einem eigenen Leben stand. Aber wir sind heute nicht nur zum Erinnern hier, sondern auch, um darüber zu reden, was wir noch tun können und müssen, um aufzuklären und vor der Gefahr des Faschismus zu warnen.
Geschichte wiederholt sich nicht einfach von selbst – aber sie kann sich wiederholen, wenn Menschen vergessen oder schweigen.
Für uns Schüler*innen der Courage AG der JCS bedeutet Courage deshalb, auch heute hinzuschauen und Menschen zu schützen.
Auch wir spüren die Auswirkungen von Ausgrenzung, Diskriminierung und Rassismus. So erleben zum Beispiel Schüler*innen mit Migrationshintergrund in der Öffentlichkeit rassistische Beleidigungen. Und was ist die Konsequenz? Oft viel zu wenig.
Wir Schüler*innen machen uns Sorgen, dass eine mindestens in Teilen rechtsextreme Partei immer mehr Zulauf erhält und andere Parteien erwägen, mit ihr zusammenzuarbeiten.
Der Rechtsruck in der Gesellschaft macht sich natürlich auch in Schulen bemerkbar. So haben wir schon Hakenkreuz-Schmierereien oder rechtsextreme Sticker beobachtet.
Auch Erwachsene und Lehrkräfte müssen sich Fragen stellen lassen wie: Haben sie sich klar genug gegen Rechtsextremismus positioniert?
Das Siegel „Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage“ trägt auch die JCS. Für uns ist dies ein Auftrag. Wir wünschen uns, dass die Werte, die damit verbunden sind, im Schulalltag noch sichtbarer gelebt werden.
Es müssen an allen Schulen Räume geschaffen werden, in denen Menschen über ihre Erfahrungen reden können. Diskriminierung muss ernst genommen und konsequent angesprochen werden – unabhängig davon, von wem sie ausgeht.
Wir als Courage AG fordern das Stärken von Demokratieprojekten und die Förderung von Aktionen gegen rechte Gewalt. Wir sind erschrocken und empört, dass angekündigt wurde, dass das Programm „Demokratie leben“ drastisch gekürzt werden soll. Viele junge Menschen engagieren sich deshalb selbst für Demokratie, Menschenrechte und gegen Diskriminierung. Sie sind auch besorgt durch Diskussionen über eine Wiedereinführung der Wehrpflicht und Aufrüstung. Als Reaktion auf diese Entwicklungen haben sich in ganz Deutschland Schüler*innen zusammengeschlossen und Proteste organisiert, um auf ihre Sorgen und Forderungen aufmerksam zu machen. Dabei haben Tausende junge Menschen teilgenommen.
Gerade junge Menschen sollten die Möglichkeit haben, sich politisch einzubringen und ihre Meinung zu äußern.
Doch es geht um alle Generationen: Als Schüler*innen plädieren wir auch an alle anderen Altersgruppen, ihr Verhalten zu reflektieren und anzupassen.
Junge Menschen müssen gebildet werden: Wir brauchen mehr Pflichtprogramme zur Aufklärung an Schulen. Aber auch Erwachsene und Lehrpersonen müssen sensibilisiert werden und sich klar positionieren.
Lasst uns dafür sorgen, dass die Werte, die sich Schulen zuschreiben, keine leeren Worte mehr sind. Lasst uns wirklich aus der Geschichte lernen und alle gemeinsam täglich aktiv werden.
Nie wieder ist jetzt!
Solidarität an alle Betroffenen!




