Am 16.01.2026 wurde an der JCS im Rahmen eines Workshops heftig diskutiert: über Zivilcourage, Verantwortung und das hohe Gut der Demokratie – gemeinsam mit special guest Emmanuel Peterfalvi, besser bekannt als Alfons mit dem Puschel Mikrofon aus dem NDR.
Bereits im September und November hatten die Französischlernenden der JCS gemeinsam mit Frau Theilmeier und Frau Schierwater die Gelegenheit, Alfons mit seinem Programm „Jetzt noch deutscherer“ auf der Bühne zu erleben. In diesem Stück erzählt er einen Teil seiner eigenen Familiengeschichte – eine deutsch-französische Geschichte – und erklärt, warum ihn gerade diese Erfahrungen dazu bewogen haben, im Jahr 2017 die deutsche Staatsbürgerschaft anzunehmen.
Im Zentrum steht die Geschichte seiner Großmutter. Sie überlebte das Grauen von Auschwitz. Doch sie überlebte nicht nur – sie liebte das Leben. Sie bewahrte sich Humor und Lebensfreude, akzeptierte die Entschuldigung eines ehemaligen Lageraufsehers und schloss schließlich sogar Freundschaft mit ihm. Ihre Haltung gab sie an ihren Enkel weiter. Alfons erinnert sich an ihre Worte:
„Alfons, jeder Mensch hat eine Taschenlampe in sich und kann entscheiden, wo er damit Licht macht. Ich hätte in meinem Freund den ehemaligen Nazi sehen können. Doch ich habe mich entschieden, meine Lampe so zu richten, dass ich einen Menschen sehe. So konnten wir Freunde werden. Vergiss bitte nicht, dass auch du diese Taschenlampe hast und entscheiden kannst, wo du Licht machst.“
(Gedächtnisprotokoll aus dem Programm „Jetzt noch deutscherer“)
Mit großer erzählerischer Stärke verbindet Alfons humorvolle Anekdoten mit traurigen, nachdenklichen Momenten und zentralen Gedanken zu Krieg, Frieden und Verantwortung.
Im anschließenden Workshop im Januar stand die offene Diskussion mit Schülerinnen und Schülern im Mittelpunkt.
Zu Beginn legte Alfons drei zentrale Spielregeln fest: Alle Teilnehmenden duzen sich, anwesende Lehrerinnen und Lehrer beteiligen sich nicht an den Gesprächen, und es gibt kein „richtig“ oder „falsch“. Diese Regeln schafften eine Atmosphäre auf Augenhöhe und ermutigten die Schülerinnen und Schüler, ihre Meinungen frei zu äußern. Eine angeregte Debatte über Demokratie, Rechtdruck in der Gesellschaft und Extremismus entstand.
Neben Einblicken in aktuelle Jugendkultur wird vor allem deutlich, dass viele Jugendliche das Gefühl haben, nicht gehört zu werden. Häufig erleben sie, dass ihre Meinungen aufgrund ihres Alters oder mangelnder Erfahrung abgewertet werden. Anfangs reagieren sie darauf mit Frustration, später oft mit Resignation. Diese Beobachtung führt zu einer wichtigen Erkenntnis: Weniger zu reden und stattdessen aufmerksam zuzuhören ist entscheidend, um jungen Menschen Raum und Wertschätzung zu geben. Auch das ist gelebte Demokratie.
Der Alfons-Workshop zeigt damit eindrücklich, wie wichtig echte Beteiligung und respektvoller Dialog für die demokratische Bildung junger Menschen sind.
Nach 90 Minuten intensiven Gesprächs und Zuhörens entließ Alfons die Schülerinnen und Schüler nachdenklich in das Wochenende.


