Aus dem Unterricht

Ziemlich Tschick - Schüler inszenieren Roman von Wolfgang Herrndorf - WiPo-Profil 13b
Schüler lernen leben?! - aus dem WiPo-Profil 12b
Unsere Satzzeichentexte
Aus der Sicht eines Satzzeichens
Das Komma
Aus der Sicht eines Kommas
Geschichte aus der Sicht eines Doppelpunktes
Wer ist besser?
Impressionen aus dem Kunstunterricht

Erfahrungsbericht aus einer I-Klasse

 

Ziemlich Tschick - Schüler inszenieren Roman von Wolfgang Herrndorf - WiPo-Profil 13b

Die SchülerInnen der Klasse 13b üben seit einigen Wochen ihre selbst geschriebenen Stücke ein, die vor den Osterferien vor dem Jahrgang aufgeführt werden. Belichtet werden sie dabei von ihrem Deutschlehrer Herrn Reinicke, der an dem Projekt am meisten Spaß zu haben scheint.

Die SchülerInnen haben Rezensionen zu ihren Lieblingsbüchern geschrieben, aus denen Herr Reinicke drei Exemplare ausgewählt hat. Die SchülerInnen stimmten anschließend ab, welches Buch sie lesen und damit auch auf die Bühne bringen wollen.

In Kleingruppen ging es dann an die Arbeit. Kapitel wurden ausgewählt, vertextet und anschließend Rollen verteilt und deren Biografien geschrieben.

Nun wächst das Lampenfieber, schließlich wird richtiges Publikum zusehen und man könnte seinen Text vergessen ...

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Schüler lernen leben?! - aus dem WiPo-Profil 12

Gerade in den letzten Wochen wurde in Schulen und auch Medien immer wieder kontrovers über das Thema "etwas Sinnvolles für das spätere Leben zu lernen" diskutiert. Vielen Schülern fehlt die Praxisnähe, sie halten es für sinnvoller erste Eindrücke zu Steuererklärungen, Mietverträgen oder auch Einblicke in die Buchhaltung zu erlangen, als weitere Gedichtsanalysen zu verfassen.

Die Johann Comenius Schule in Pinneberg hat in ihrem Wirtschaftsprofil mit der Teilnahme am "Junior Projekt" bei IW JUNIOR gemeinützige GmbH etwas in diese Richtung unternommen.

Grundgedanke dieses Projektes ist es, eine Geschäftsidee zu erarbeiten sowie ein Unternehmen aufbauen, führen und am Markt positionieren. Das Motto „learning by doing“ in Sachen Existenzgründung steht bei JUNIOR im Mittelpunkt. Junge Firmengründer führen ein JUNIOR Unternehmen, mit dem sie sich ein Schuljahr lang bewähren müssen.

Im Zuge des Projekts gründeten die Schüler der JCS die Schülerfirma" Recicycle" und produzieren nun individuelle Schlüsselanhänger aus recycelten Fahrradreifen. Jeder der zehn Mitarbeiter hat einen Aufgabenbereich, für den er oder sie zuständig ist.

Hier heißt es, sich zu bewähren - selbstständiges Arbeiten wird erwartet sowie Hilfe und Unterstützung, wenn Probleme in anderen Firmenbereichen auftreten.

Anfangs gab es leichte Schwierigkeiten in der Produktion wie auch bei der Koordination der Finanzen oder der Lohnbuchhaltung. Nachdem alle Hürden genommen waren, hat die Firma "Recicycle" sich gut positioniert und gewinnbringend gearbeitet.

Die Schüler sind begeistert, mit Freude dabei und haben viele Erfahrungen für ihre weitere Zukunft gesammelt. Ein tolles Projekt für die Schule!

Daria Poikat, 12b

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Unsere Satzzeichentexte

In einer Stunde der AG „Raus mit der Sprache“, kurz RmdS, hatten wir Texte aus der Sicht eines Möbelstückes geschrieben. Wie schlecht es zum Beispiel einem Kühlschrank geht, weil ihm immer so kalt ist oder warum ein Sessel keine kleinen Kinder mag. Ich bemerke, ich schweife ab. Also das Problem beim Texte-Schreiben ist jedoch für viele und für mich auch:  Satzzeichensetzung. Klar, Satzzeichen setzen kann jeder, aber ob dies dann auch so richtig ist, das ist eine andere Frage.

In der Stunde mit den Möbelstücktexten hat bei vielen unsere Zeichensetzungs-fähigkeit nachgelassen. Immer wieder wurden Fragen gestellt, wie z.B. „Guck mal bitte, kommt da ein Komma hin?“ oder „Schreibt man nach einem Doppelpunkt groß?“
Irgendwann meinte eine von uns dann, dass es doch total schrecklich für ein Satzzeichen sein muss, stets und ständig falsch gesetzt zu werden.
Dies brachte uns auf die Idee, Texte darüber zu verfassen. Schnell waren die Möbelstücke und ihre Probleme vergessen. Die Satzzeichen waren jetzt aktuell!
Wir überlegten kurz, welches wir nehmen wollten, und schrieben dann einfach los.
Dabei setzte jeder seine eigenen kreativen Gedankengänge um.
Nachdem wir fertig waren, beschlossen wir, diese mit passenden Satzzeichennamen in der Mensa aufzuhängen, damit sich auch mal andere an unseren Arbeiten erfreuen konnten.
Ich hoffe, ihr habt genauso viel Spaß beim Lesen der Texte wie wir beim Erarbeiten.

31.1.2015  Merle Brandt, 10a

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Aus der Sicht eines Satzzeichens

Nichts ahnend und ohne Vorwarnung wurde ich in diese Welt gesetzt. Gesetzt ist wörtlich gemeint. Meine Mutter war ein grüner Füller. Ihr blaues Herzblut setzte mich auf einem linierten Blatt aus und verließ mich daraufhin für immer. Mein bester Freund wurde der Gedankenstrich rechts von mir. Das einzige Problem bei der Sache: Dort ergab er gar keinen Sinn. Seine Zwillingsbrüder wurden unter ihm gesetzt, aber mein Kumpel war am falschen Platz - oder war ich am falschen Platz? Die Buchstaben zu meiner  Linken erzählten mir, dass ich als Aufzählungserkennung diente, aber sollte das meine einzige Funktion sein? Ich wollte mehr als neben diesem wirklich netten, aber falsch platzierten Gedankenstrich zu verweilen. Ich wollte Sätze einleiten und anderen Aufzählungen als Erkennung dienen. Nicht nur Stichworte und Punkte hinter mir haben, sondern ganze Sätze. Große Buchstaben. Ich wollte Kommata, Punkte, Fragezeichen und Ausrufezeichen kennenlernen. In Überschriften und Fußnoten auftauchen. Einfach, einfach mehr erleben.  Doch wie sollte dies gehen? Festgeheftet an den Fasern des Papiers, auf dem ich klebte. Plötzlich rissen mich Schreie aus meiner Trance. Die Buchstaben rechts neben mir verschwanden auf einmal und mein Kumpel, der Gedankenstrich, bekam Besuch von einer weißen, weichen, filzigen Spitze und  - weg war er. An seiner Stelle kam ein großes D. Es war so wunderschön. Voll, geschwungen. Ich glaube, als ein Doppelpunkt kann man doch Wünsche erfüllt bekommen.

Doppelpunkt Dorian D. (13. Jahrgang)

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Das Komma

„Weil ich dich sehr vermisse“, brachte sie aufs Papier. Einerseits freue ich mich ja über diese Wahnsinnsliebeserklärungen, die sich die Menschen untereinander immer machen müssen. Andererseits bleibe ich grundsätzlich auf der Strecke. Immer werde ich vergessen. Allein schon nach der Anrede muss ich mich ausnahmslos hinten anstellen. Wie sagen die Grundschullehrer beim Thema Post: „Nach der Anrede könnt ihr ruhig ein Ausrufezeichen nehmen. Scheißt auf das Komma.“ Das Schlimmste an der Sache ist aber, dass die Kinder den ganzen Text nur mit Ausrufezeichen schmücken, weil sie ständig ihre Aggressionen mit diesem dämlichen Zeichen deutlich machen müssen. Und dann auch noch in der liebevollen Anrede. Warum fahren die nur auf dieses derbst komplizierte Satzzeichen ab. Es ist viel mehr Arbeit, es zu schreiben, und sieht auch noch hässlich aus.  Die Jugend von heute ist ungefähr so faul wie ….
Aber andere verletzen. Ja, das geht immer. Oder ist meine Persönlichkeit eventuell auch ein bisschen zu anspruchsvoll für die Generation des Grammatik- und Rechtschreibprogrammes?  Allein der Unterricht zeigt, dass viele nicht weiter denken können als die Schnecke an Stundenkilometern zurücklegt.  „Nach jeder Konjunktion wird ein Komma gesetzt“, darauf weist der Lehrer ungefähr zwanzigmal wöchentlich hin, doch die Schüler würden mich doch niemals als attraktives Satzzeichen ansehen. Ich fördere die Kommunikation, aber das scheint niemanden zu interessieren. Wenn sie mich dann mal auf dem Zettel haben, setzen sie mich auch noch zu guter Letzt an eine komplett falsche Stelle. Wie z.B. „Es ist schön dich, zu sehen.“
Einige Menschen denken jetzt bestimmt: Ach, das soll sich mal nicht so anstellen. Es kann doch auf seinen richtigen Platz hinüberschauen.  Doch so leicht ist es nicht, denn ich habe keine Augen, ich habe nur ein Gefühl,  mit dem ich mich orientiere.  Nur leider kann ich an der falschen Stelle mein Zuhause nicht mehr fühlen und ziehe so in eine fremde Welt.

Komma Karsten K.  (hat die JCS inzwischen verlassen)

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Aus der Sicht eines Kommas

Mein Leben als Komma ist wirklich, wirklich hart. Vor allem in den Klassenstufen eins bis neun. Hier sind nur selten Schüler anzutreffen, die mich richtig verwenden. Aber der hier der gerade diesen Text schreibt der ist doch auch ´n Idiot. Warum zur Hölle hast du mich da gerade nicht eingesetzt? Zu faul oder was? Oder einfach, nur blöde? Und warum – um Himmels willen – setzt du dämlicher Pfosten dann völlig sinnlos ein Komma in einen komplett einfachen Satz mit vier Worten? Hattest einfach Bock dazu, was? „Hauptsache, ich benutz´ den kleinen Strich überhaupt mal.“ Ist dir eigentlich klar, wie mich das verletzt? Immer nur als störend oder überflüssig angesehen zu werden und keiner hat `ne Ahnung, wie man mich richtig benutzt. Das geht mit den Jahren echt aufs Herz; es ist auch anstrengend, ständig falsch eingesetzt zu werden. Und wenn man mich mal wieder komplett vergisst … Ach, egal. Ich bin`s ja gewohnt. Ich kann das ab. Ich bin ja nur ein dummes Komma.

Komma Karla K. (13. Jahrgang)

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Geschichte aus der Sicht eines Doppelpunktes

„Ok, also Doppelpunkt, erzählen Sie mir doch mal, warum Sie Punkt angegriffen haben“, sagte der Psychologe mit beruhigender Stimme zu seinem Patienten, dem Doppelpunkt.
„Es begann alles vor ein paar Jahren, Punkt lachte mich aus, weil er viel häufiger verwendet wird als ich. Ich beachtete ihn nicht weiter. Aber irgendwie achtete ich von da an nun mehr darauf und stellte schockiert fest, dass Punkt Recht hatte. Ich wurde mit jedem Mal, nachdem er mich mal wieder aus- gelacht hatte, ein bisschen eifersüchtiger. Vor einem Monat hat Punkt mich mal wieder ausgelacht und besaß sogar noch die Frechheit, mir zu sagen, dass ich ja auch nur aus zwei Punkten von ihm bestehen würde. Das war mir zu viel, und ich ging auf ihn los!“ Während Doppelpunkt dies gesagt hatte, hatte sein Psychologe alles aufmerksam mitgeschrieben.
„Mein lieber Doppelpunkt, sind Sie denn noch nicht auf die Idee gekommen, dass ein Punkt eigentlich nur die Hälfte von Ihnen ist? Sie sind also doppelt so ausdrucksvoll. Außerdem wird ein Punkt jedes Mal selbstverständlich gesetzt. Ich meine damit, dass Punkt seinen Wert verloren hat.“
Nach dieser Therapiestunde ging Doppelpunkt freude-strahlend zurück in die Geschichten.

Doppelpunkt Doris D. (10. Jahrgang)

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Wer ist besser?

„Du bist so gemein! Nur weil du so oft gesetzt wirst, bist du doch nicht mehr wert!“
„Von wegen. Ohne mich könnten die Menschen nicht auskommen, aber auf so etwas Jämmerliches wie einen Punkt kann man gut verzichten.“ Der Punkt schielte demonstrativ zu dem Ausrufezeichen eine Reihe höher. Beleidigt verschränkte dieses die Arme.
„Schau dir diesen Text doch einmal an: Überall befinden sich Punkte. Da bist du nichts Besonderes mehr. Ich dagegen werde nur genutzt, wenn Menschen etwas Wichtiges zu sagen haben. Ich steche aus der Menge … was zum … “
„Ja, ja, liebes Ausrufezeichen, du bist so wichtig für die Menschen, dass sie dich, nachdem sie dich geschrieben haben, wieder wegradieren. Sei da mal lieber ganz ruhig!“ Zufrieden lehnte sich der Punkt zurück. Ja, so etwas Fantastisches, Großartiges und Unnachahmliches wie ihn brauchte die Welt. Wohlgenährt und rund, nicht so ein Strich in der Landschaft wie dieses furchtbar arrogante Ausrufezeichen … naja, wozu regte er sich überhaupt über dieses Satzzeichen auf? Sein Verschwinden war für ihn schon eine Genugtuung gewesen. Aber was … wieso kam ihm das Radiergummi so nah? Der Mensch würde es doch wohl nicht wagen … „Nein …“
Das war das Letzte, das der Punkt noch hervorbringen konnte, bevor auch er in die ewige Dunkelheit des Verschwindens geschickt wurde.
Und das Ausrufezeichen? Das amüsierte sich prächtig: „Ach, der liebe Punkt … bist du nicht so wichtig für die Menschen, dass sie dich niemals wegradieren würden?“
„Hmmm“, grummelte der Punkt. Was sollte er dazu auch sagen?

Punkt Paula P. in Zusammenarbeit mit Ausrufezeichen Amber A (10. Jahrgang)

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Impressionen aus dem Kunstunterricht

 

Die Klasse 12b hat mit Frau Kock im Rahmen eines Projektes im Kunstunterricht einige ungewöhnliche Taschen und Rucksäcke hergestellt.

Es gab eine Tasche, die aus einem alten Hemd hergestellt wurde, eine Tasche, die mit Mosaik besetzt war, und sogar einen Rucksack aus Resten von Neoprenanzügen. Besonders originell waren Modelle, die komplett aus Nudeln und Toastbrot bestanden - die praktische Nutzung war aus nachvollziehbaren Gründen allerdings nicht möglich. Außerdem wurden diverse kleine Handytaschen hergestellt, die nach verschiedenen Märchen thematisiert waren, wie zum Beispiel der Froschkönig oder Schneewittchen.

 Erfahrungsbericht I-Klassen eines Schülers aus dem 6.Jahrgang

Eine I-Klasse ist eine ganz normale Schulklasse mit Ausnahme, dass dort noch Kinder mit Förderbedarf untergebracht sind und dort weniger Schüler und Schülerinnen sind als in den anderen Klassen, meist so um die 20. Die I-Klassen bestehen zu ca. 75% aus Kindern mit Förderbedarf. In den meisten Fächern sind zwei Lehrkräfte da. Manche Kinder mit Förderbedarf habe auch eine Schulbegleitung. Nicht alle Förderkinder sind automatisch in der kleineren Gruppe. Die zweite Lehrkraft ist für die Förderkinder zuständig und geht manchmal mit diesen raus in einen Gruppenraum, dort werden diesen Kindern andere Aufgaben gegeben als den anderen. Die dort gestellten Aufgaben sind meist leichter als für den restlichen Klassenverband. Die Kinder mit Förderbedarf, die meist die leichteren Aufgaben machen, können in der Regel kein Abitur machen. Aber der Förderbedarf kann sehr unterschiedlich sein, daher gibt es auch Förderkinder, die die schwierigeren Aufgaben bearbeiten - diese könnten auch Abitur machen.

Im Förderunterricht wird auch mal ein Spiel gespielt. Doch der Förderunterricht ist nie ganz unproblematisch, z.B. weil sich mehrere Klassen einen Förderraum teilen.