Italienaustausch - so kann Miteinander in Europa gelingen!

Jeden Montag nach der Schule von 14.30 bis 15.30 Uhr trafen wir, 11 Schüler des 10. Jahrgangs, uns mit Frau Antona-Müller als Italienisch AG. Ziel der AG war Kennenlernen von italiensicher Sprache und Kultur, eventuell ein Austausch mit einer Schule in Monticello, Norditalien.
Am 30 Februar ging es dann tatsächlich mit dem Flugzeug los nach Italien. Die Woche bis zum 6 März haben wir in Familien verbracht. Im Laufe dieser Zeit waren wir z.B. in der Schule, dem ISS Greppi, haben in Como Kirchen und das historische Stadtzentrum besichtigt, waren - neben Sightseeing - shoppen in Milano (Mailand) und außerdem haben wir die Villa Reale (königliche Villa) in Monza besucht, im Park, in dem sich auch die berühmte Rennstrecke befindet.

IMG 20180228 152405 Vor der Villa Reale in Monza

Hier ein paar Eindrücke:

Der Comer See/Lago di Como

Auf dem Ausflug nach Como haben wir einerseits viele Sehenswürdigkeiten besichtigen können, wie zum Beispiel den Dom von Como oder die Statue von Alessandro Volta, andererseits konnten wir einige ungewöhnliche Naturphänomene beobachten. Es herrschte dort nämlich dicker Nebel, welcher uns jegliche Sicht auf den See nahm. Zudem schneite es, was in Italien eher selten ist.

IMG 20180301 WA0001 Am Comer See

Mailand
Am Montag, bevor wir abgefahren sind, waren wir in Mailand; ursprünglich sollte der Ausflug am Freitag stattfinden, wurde aber wegen Schneesturms verschoben. Aber auch am Montag war das Wetter nicht so prickelnd - aber wir fuhren sehr bequem und warm mit einem Reisebus. Die Stadt war beeindruckend. Als wir die Stadt ein wenig erkundet hatten, kamen wir zu dem bekannten Leonardo Da Vinci Museum. Dort bekamen wir einen Audio-Guide und konnten uns somit frei bewegen, während wir viel über die technischen und künstlerischen Leistungen erfuhren und vieles auch ausprobieren konnten. Anschließend gingen wir in die Scala, eines der bekanntesten und bedeutendsten Opernhäuser der Welt. Anschließend sind wir in dem Restaurant "Banque“ essen - es befindet sich in einer ehemaligen Bank und ist heute abends eine Nobeldisco. Es gab ein All you can eat- Buffet, sodass jeder zufrieden war. Danach hatten wir ein wenig Freizeit: Die einen gingen einkaufen, während die anderen noch einen Happen aßen. Alles in einem war es ein erlebnisreicher Tag.

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Wir blicken zurück auf eine tolle Woche mit vielen Eindrücken: mit herzlichem Empfang in den Familien, die super nett waren und immer ein wenig besorgt, ob wir auch alles haben und uns wohl fühlen - sehr fürsorglich und sehr sehr viel zu essen, fast alles super lecker! Verwundert waren einige von uns allerdings über Würstchen, Nudeln oder auch Pommes auf der Pizza. Die Kommunikation - wir konnten ja aufgrund der kurzen Vorbereitungszeit (September bis Februar) nur ein paar Brocken italienisch - war unterschiedlich. Mit den Austauschschülern kein Problem, meist auf Englisch, in den Familien manchmal auch mit Händen und Füßen - auch eine Erfahrung! Anders als in Deutschland war meist auch das Autofahren: viele Kreisverkehre, Zebrastreifen, die oft durch Schwellen abgegrenzt waren, damit sie ein wenig Beachtung finden, und ein doch etwas forscherer Fahrstil als in Deutschland. Überrascht haben uns auch die riesigen Supermärkte, in denen man selbst seine Waren einscannen und bargeldlos bezahlen konnte. Schule ist schon ziemlich anders als bei uns. Als erstes fiel uns auf, dass ein riesiges Tor nach Schulbeginn geschlossen wurde und auch den Ausgängen immer jemand stand und somit sah, wer kam und ging. Der Schultag ist dort zwar kürzer als bei uns, es gibt aber auch deutlich kürzere Pausen. Und insgesamt gibt es sehr viel mehr Frontalunterricht als bei uns und die Schüler*innen müssen sehr viel schreiben im Unterricht. Und wir hatten das Gefühl, dass unsere Partner*innen eigentlich ständig für Tests und Klassenarbeiten lernen mussten.

Und hier der Bericht der italienischen Gastschüler*innen - frei übersetzt. Die Originalfassung kann hier nachgelesen werden.

Mit dem Fahrrad zur Schule! Bicicleta   Strand

10 Schüler*innen des ISS Greppi in Monticello haben vom 30.Mai bis 6.Juni 2018 den Austausch mit der JCS Thesdorf mit ihrem Gegenbesuch abgeschlossen.

Überraschenderweise trafen wir ein wunderbares Wetter, einen außergewöhnlichen Sommer in Hamburg an. Was uns aber am meisten begeistert hat, war die Tatsache, dass die meisten von uns mit dem Fahrrad zur Schule fuhren – in Italien in den kleinen hügeligen Orten eher schwer vorstellbar! Überraschend ebenfalls der frühe Schulbeginn um 7.30 Uhr. Diese Schwierigkeit haben wir aber spielend gemeistert, denn es gab viel Neues zu entdecken.

Die Schule ist sehr schön, liegt mitten im Grünen, es gibt einen Teich mit Enten und Gänsen und einem „Parkplatz“ für Fahrräder – und nicht mit Motorrollern wie in Italien! Und an manchen Tagen gab es 9 Unterrichtsstunden...

Am Donnerstag stand Hamburg auf dem Programm mit der Kunsthalle (Caspar David Friedrich), ein Spaziergang im Zentrum mit der wunderschönen Alster, den Arkaden und dem Rathausplatz bis in die supermoderne Hafencity mit der Elbphilarmonie, dem neuen Wahrzeichen der Stadt. Nach dem Besuch des Miniaturwunderlands ging es mit der Fähre in einen Beachclub im Hafen zum gemeinsamen Essen: mit Sand, Liegestühlen - eine Atmosphäre wie in Ferien am Meer!

Kunsthalle   vor der Kunsthalle

Am Freitag: nach Unterricht bis 10 Uhr gemeinsames Einkaufen im Supermarkt (nicht immer zur Freude der Kunden!) und anschließendes deutsch-italienisches Kochen in einer tollen Schulküche – für uns kaum zu glauben, eine moderne Küche in der Schule, in der 25 Personen kochen können! Das Resultat überzeugte: Spaghetti al pomodoro und Tiramisù – Wiener Schnitzel (mit Putenfleisch) und Bratkartoffeln und ein Nachtisch, der sich „Schneegestöber“ nennt. Bis wir fertig gegessen und die Küche wieder in Ordnung war, war die Schule leer – wegen der großen Hitze hatten die Schüler ausnahmsweise „hitzefrei“, so etwas kennen wir nicht!

Tiramisu  Kochen

Am Wochenende waren wir in den Familien und machten Ausflüge: Ostsee, Segeln, Insel Föhr, Grillen und Spaziergänge am Hafen bis spät, da es bis 10 Uhr hell war – länger als bei uns!

Am Montag: Lübeck, eine der schönsten Städte Deutschlands, eine reiche hanseatische Stadt, wichtiges Handelszentrum – besonders für Salz - seit dem Mittelalter. Die deutschen Schüler*innen haben uns durch die Stadt geführt: das Gängeviertel, früher enges Arbeiterviertel mit schlechten hygienischen Bedingungen, heute UNESCO Weltkulturerbe mit angesagten Wohnungen mit entzückenden kleinen Gärten – mehr als 100 gibt es davon in Lübeck. Nach mehreren Kirchen und dem Buddenbrookhaus beendeten wir den Stadtrundgang im Marzipanmuseum im Café Niederegger, wo wir anschließend Marzipan zum Mitbringen kauften. Nachdem sich das Wetter etwas besserte, fuhren wir zum Abschluss doch noch nach Travemünde an den Strand: traumhafter Strand mit feinstem Sand, flachem Meer, großen Strandkörben, Möwen...

Holstentor  Travemnde

Am Dienstag ein letztes Mal Schule. Am Abend Treffen im Garten von Kilian zum Abschiedsgrillen!

Abschiedsgrillen

Am Mittwoch: großer Abschied am Flughafen und Rückflug nach Italien – bis auf drei Schülerinnen, die noch eine weitere Woche in Deutschland blieben. Nach ihren SMS waren sie sehr zufrieden - sie haben im Deutschunterricht, bei dem zum Abschluss der 10.Klasse ein Literaturquiz gemacht wurde, sogar italienische Schriftsteller wie Dante, Boccaccio und Manzoni auf deutsch vorgestellt.

Insgesamt eine erlebnisreiche Woche mit vielen neuen Informationen ließ uns den Alltag in Norddeutschland kennen lernen und wir haben Sympathien, Wärme und Gastfreundschaft gefunden – wir kommen gern wieder! Wir – Deutsche und Italiener – hatten eine tolle Gemeinschaft zusammen: So kann Europa funktionieren!

Vielen Dank an die Lehrerinnen Frau Mandelli, Montali, Leiliunas und Antona-Müller, die diesen Austausch organisiert haben – und natürlich an die Familien!